Interview mit ipal-Geschäftsführer Dr. Dirk Dantz
Herr Dr. Dantz, seit Herbst 2010 sind Sie Geschäftsführer der ipal GmbH. Welche Stationen haben Sie bis hierher absolviert und wie gefällt Ihnen Berlin?
Die Hauptstadt ist meine zweite Heimat geworden. Als richtiger Neuberliner fühle ich mich jedoch nicht, weil ich an der TU Berlin promoviert habe. Danach war ich lange Jahre in der Industrie tätig. Berufliche Stationen waren unter anderem der Halbleiterhersteller Siltronic und Volkswagen. Während meiner gesamten Laufbahn hat mich die Entwicklung und Umsetzung von Schutzrechts- und Verwertungsstrategien und das In- und Outlicensing von neuen Technologien begleitet.
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Welches Verhältnis hat die ipal zu den Berliner Hochschulen?
Wir sind als Patentverwertungsagentur Dienstleister der Hochschulen und Forschungsinstitute und arbeiten mit ihnen Hand in Hand. Unser Know-how und unsere Erfahrungen bieten wir den Instituten an, um Erfindungen erfolgreich in den Markt zu bringen. Seit 2001 haben wir 1.432 Erfindungsmeldungen bearbeitet, 470 Patente angemeldet und 115 Verwertungsverträge geschlossen.
Wie funktioniert die Verwertung von Patenten?
In enger Zusammenarbeit mit den Erfindern und in Abstimmung mit der Hochschulleitung werden bei uns Ideen bewertet, Bedarfs- und Marktanalysen erstellt und interessante Marktteilnehmer identifiziert. Unsere Lizenzmanager besuchen internationale Veranstaltungen und greifen auf ein großes internationales Netzwerk zurück, von dem sowohl die Ideen wie auch die Erfinder profitieren. Außerdem bieten wir die Möglichkeit der Technologieweiterentwicklung und können der Industrie dadurch noch wertvollere Projekte anbieten.
Es gibt teilweise die Auffassung die ipal würde den Unis gute Ideen stehlen, wie begegnen Sie solchen Aussagen?
Erfindungen die an der Uni entstanden sind, gehören immer der Uni. Die Uni ist und bleibt also immer Inhaber der Schutzrechte. Die ipal ist lediglich Dienstleister der jeweiligen Institution und versteht sich als outgesourcte Abteilung. Wir tragen alle Kosten, z.B. für die Bewertung, Patentierung und die Verwertungsaktivitäten. Sieht man sich die Erlöse aus einer erfolgreichen Lizenzierung durch ipal an, so beträgt die Erfindervergütung immer 30 Prozent vom Bruttoerlös und auch die Einnahmen der Universität werden durch ipal in keinem Fall geschmälert. Höhere Erlöse aus der Verwertung bedeuten höhere Erlöse für die Uni und für den Erfinder. Nur im Falle einer erfolgreichen Verwertung partizipiert auch die ipal.
Welche Erfolge konnte ipal bereits erzielen?
Es ist uns gelungen, die Lizenzerlöse in den letzten fünf Jahren mehr als zu verdoppeln. Mit dem IBB Technologie-Entwicklungsfonds ermöglichen wir außerdem die Finanzierung von Technologieentwicklungen zusammen mit der Investitionsbank. Zwei erfolgreiche Projekte des letzten Jahres nennen wir in diesem Zusammenhang besonders gern: Eine Erfindung der Charité Universitätsmedizin Berlin gewann 2010 den Deutschen Innovationspreis für eine neue Methode der Kariesbehandlung. Aus der TU Berlin stammt eine Getränkeerfindung für ein neues alkoholfreies Bier, dass seit April 2011 in den Regalen steht.
Kontakt:
Dr. Dirk Dantz
ipal GmbH
Bundesallee 171, 10715 Berlin
Tel.: 030-2125 - 4820
Fax: 030-2125- 4822
Web: ipal.de
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